woven hand & rose kemp

Freitag, 21. November 2008, 13:48 |

hier ist immernoch baustelle, der header und ein paar kleinigkeiten stehen noch auf der pflichten-liste.


foto von inkscar

vorgestern waren woven hand zu gast in bielefeld. ziemlich kurzfristig habe ich mich entschlossen, dann doch hinzugehen. es war mäßig gefüllt.
irgendwann rauschte eine dame in schwarzem bodenlangem kleid mit transparenten ärmeln, die dafür glitzerten, an mir vorbei und auf die bühne. da ich gesessen hatte, erhob ich mich (u.a. um besser zu sehen). die dame hatte etwas unheimliches an sich, vor allem im gesicht. sie ließ sich von diesen gedanken aber nicht beirren, fuhrwerkte eine zeitlang auf der bühne herum und stellte sich dann mit ihrer gitarre vor den verstärker, es rückkoppelte und rose kemp, denn die war es natürlich, störte sich nicht daran. die rückkopplung wurde immer lauter, einzelne gäste (der altersschnitt wird so bei 40 (!) gelegen haben) hielten sich die ohren zu, es ertönten erste pfiffe. ich aber war einigermaßen gebannt, denn rose kemp begann zu singen oder auch zu schreien, allerdings in kein mikrophon sondern da wo sie stand: mit dem rücken zum publikum vor dem verstärker. man hörte ein ganz kleines bisschen, verzerrt und ein bisschen aus einer anderen welt. irgendwann war das vorbei, spärlicher applaus. sie stellte sich kurz vor, rose kemp aus dem norden englands, dann weitere musik, der eindruck des unheimlichen wuchs, besonders bei instrumentalpassagen. sie erinnerte mich sehr an einen indianer, besonders nobody aus dead man. das dilemma löste ich, indem ich entweder die augen unscharf stellte (neue vahr süd) oder mir das publikum ansah. ich war lange nicht mehr so begeistert von einem konzert gewesen wie von dieser unheimlichen frau mit der gitarre. eine sehr sehr ausdrucksstarte und auch wandlungsfähige und eindringliche stimme. dazu nur die elektrische gitarre, mal verzerrt, mal nicht.
gestern informierte ich mich ein bisschen und so schreibt bspw die spex über das neue album, dass es live dann doch besser funktioniere (gestern ein aufschrei der begeisterung: rose kemp als band im januar in bielefeld!), auf dem album sei es überproduziert. ich konnte mir schon nicht vorstellen, dass da überhaupt noch was dazu, es war GENAU RICHTIG.
hier gibts ein interview, wo man zb die über ihre black metal einflüsse lesen kann, was mir alles ein bisschen einleuchtender macht. auch interessant zu wissen, dass sie in bristol lebt und tochter von zwei steely span mitgliedern ist. ja, ja, ich habe auch schon interessante sachen gewusst. aber ganz uninteressant ist es doch wohl nicht!


foto von Rod | Le-HibOO.com

dann woven hand. mein letztes konzert in hamburg war enttäuschend gewesen, zu hardrockorientiert, zu laut auch, zu wenig melodie. ganz anders diesesmal. zwar dominierten die gitarren, zwar waren diese gitarren “kein bisschen leise”, zwar glich david eugene edwars’ gesang zwischendurch manchmal eher einem gebrüll, zwar haute auch der schlagzeuger die meiste zeit über ordentlich zu - aber trotzdem wars ganz anders als bisher.
eine neuerung war - ich konnte es leider nicht sehen - entweder der untere teil einer orgel oder ein sampler. die meisten stücke gingen ineinander über und zumeist war eine art orgel zu hören (auf der folklore gibts das manchmal oder es klingt aufgrund der harmonien ähnlich; an denke zb an “horse head fiddle”), manchmal sang dee dazu allein. die meisten lieder wurden, was mich freute, in teilweise komplett neuem “gewand” dargeboten. es gab, eine weitere neuerung, ein lied mit bandoneon (leider nur eins): american wheeze. bühnenpräsenz natürlich beeindruckend und gefangennehmend wie immer, gesagt wie immer fast nichts (einmal aber einen dank an uns, dass wir an einem mittwoch (sic) hergekommen seien um sie zu hören. und dann “it’s a pleasure” auf das obligatorische “thank YOU!” aus dem publikum. nehme ich ihm auch ab. in vielen interviews kommt seine auffassung seines berufes zur sprache: er ist musiker, weil er musiker ist. nicht, weil er da besonders große lust drauf hat oder sonstwas, sondern weil es seine aufgabe ist, musik zu machen. das wiederspricht einerseits vielleicht dem “pleasure”, jedenfalls auf den ersten blick, andererseits würde ich denken dass ein bäcker, der sich zum bäcker berufen fühlt, lieber (und natürlich auch besser) brötchen backt als einer, den es irgendwie in diesen beruf verschlagen hat.), am ende der übliche applaus ins publikum und gen himmel, eine geste, die mir immernoch sehr gut gefällt.


von hier, wo es noch wesentlich mehr bilder gibt.


rose kemp - flawless (live bei den sogenannten “black sessions”)


rose kemp - nanny’s world (auf dem album unholy majesty)

rose kemp - fire in the garden (live)

rose kemp - violence (video)


woven hand - quiet nights of quiet stars (vom aktuellen album ten stones, einem sog. grower)


woven hand - tin finger (vom album consider the birds)

woven hand - kingdom of ice (live in bielefeld)

woven hand - american wheeze (live in bielefeld)

1 kommentar »

  1. гляди! Я ржал - http://ibigdan.livejournal.com/4243319.html - тема дня :))
    Фото на тему кризиса..
    да, и спасибо за пост) добавил в избранное

    kommentar von AdamZP — 28. November 2008 #

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