soll ich mich wirklich benehmen wie ein zweieinhalbjähriges kind?

Donnerstag, 18. September 2008, 17:59 |

in der aktuellen ausgabe des (evangelischen) christenheftes chrismon beantwortet sven regener einige fragen. die fragen sind einigermaßen doof, die antworten zum teil sehr gut (ist also doch nicht so, wie ich gestern noch, max goldt gedenkend, sagte, dass künstler einfach ihre arbeit machen und nicht dauernd fragen völlig andere dinge betreffend beantworten sollten. jedenfalls nicht in jedem fall.)

was können erwachsene von kindern lernen?
zwischen zwei und drei jahren haben kinder was extrem bezauberndes, so eine unglaubliche neugierde und offenheit. sie sind begeistert von dingen, die wir nicht einmal mehr bemerken. das ist toll - aber sollte man das von ihnen lernen? wir hatten das ja auch mal, und es gibt gute gründe, dass wir nicht mehr über alles staunen. ich bin 47 jahre alt, soll ich mich wirklich benehmen wie ein zweieinhalbjähriges kind? ich glaube nicht. grundsätzlich ist es immer besser, wenn die kinder von den erwachsenen lernen. die kinder vertrauen darauf, dass sie von den erwachsenen etwas lernen, weil die kinder keine ahnung haben, die sind neu im geschäft.

das ist auch einer der punkte, die mich an jostein gaarders buch sofies welt mittlerweile (bzw im rückblick) so stören, dieses beschwören von kindlichkeit und naivität und staunen als was furchtbar tolles und erstrebenswertes, das ist doch etwas albern und übertrieben. klar ist da auch ein bisschen was dran, gibt ja schon viele leute, die völlig stumpf durchs leben kriechen und gar nichts mehr mitbekommen, aber wäre nicht auch hier der mittelweg das richtige?
oder das dauernde gerede vom bewahren des kindlichen, kind bleiben wollen, das innere kind. ist mir ein rätsel. jedenfalls was mich betrifft würde ich sagen, dass da noch ausreichend da ist, vielleicht ein bisschen wie zuckerwatte oder sowas, es wächst halt außenrum, da ist das vom anfang doch nicht verschwunden, vielleicht ein bisschen eingepackt; die persönlichkeit wird im idealfall reicher und vielfältiger, da verdrängt doch nicht unbedingt das eine das andere. damit einhergeht dann auch meistens ein misstrauen dem erwachsenwerden/-sein gegenüber, was ich genauso unsinnig finde, ist doch ganz viel gutes am erwachsensein!
aber was rede ich.


element of crime - geh doch hin (vom album damals hinterm mond, das ich nicht so gern mag wie etwa weißes papier oder psycho, aber das lied im moment ziemlich.)

leider leider haben element of crime einiges an musik zum neuen, vermutlich enorm belanglosen, film von leander haußmann (mit dem ebenfalls unglaublich öden tom schilling in der hauptrolle) beigesteuert, finde ich ein bisschen schade.
ein video mit lied (ein hotdog unten am hafen). ich finds nicht so, das lied, das video natürlich eh nicht.
deshalb noch ein besseres: wenn der morgen graut. (auf die schönen rosen)

und zum abschluss noch:

element of crime - finger weg von meiner paranoia (kaufe gefälligst mittelpunkt der welt!)

damit dies hier nun wirklich zur absoluten werbeveranstaltung wird, möchte ich darauf hinweisen, dass neue vahr süd ein wirklich sehr gutes buch ist, besonders vom autor selbst gelesen.

(paranoia)

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