“unterstöckchen”

Dienstag, 14. Juli 2009, 17:01 | 4 kommentare

denis forderte mich auf, diesen fragebogen im weitesten sinne auszufüllen und das mache ich doch gern. die regeln:
was zu den einzelnen unterschriften schreiben, bei un(ter)zufriedenheit oder bessereideenhaberei oder sowas darf man auch den ein oder anderen punkt auswechseln. und weitergeben nicht vergessen!

unter-haltung
… vs kunst, vs ernst. leider habe ich diese unterscheidung sehr tief drin in mir und ich wäre das gern einmal los. klar, wenn ichs mir bewusst mache, sage ich mir: “oh-oh-oh, so wollten wir aber nicht mehr denken, duzi-duzi-duzi!”, so halb freundlich und halb streng und dann denke ich auch kurz nicht mehr so, aber wie oft hat man denn schon genug energie für an sich selbst gerichtete duzi-duzi-sätze?

unter-mieter
bei unseren direkten nachbarn, als ich noch bei meinen eltern wohnte, gab es immer einen untermieter. vermutlich erst nachdem der mann zur frau gestorben war. einen bart hatte der und pfeife hat der geraucht und klavier konnte der spielen (glaube ich) und professor war der. die untermieter konnten all das nicht von sich behaupten oder wenn sie es doch konnten, hielten sie damit hinter dem berg. mit der behauptung und mit dem beweis zur behauptung gleichermaßen. so studenten waren das und die haben nie lang da gewohnt, verständlicherweise.

unter-wäsche
unterbuxe, schlüpper.
eigentlich wollte ich hier das lied underwear (youtube) von pulp hintun, mache ich aber nicht. mir fällt ein, dass ich nur als kleines kind unterhemden getragen habe, wenn überhaupt. ich habe da eine meines wissens vollkommen grundlose aber umso stärkere abneigung. der text “das süße nichts” von max goldt fällt mir ebenso ein, da gehts nämlich um leibwäsche, unter anderem. ich selber trage die billigsten h+m boxershorts.

unter-grund

kimya dawson - underground (remember that i love you)


tom waits - underground (swordfishtrombones)

unter-pfand (davor stand da “unter-farbe”)
das ist doch ein schönes wort!

nun hätte ich gern, dass semia das auch macht und olga und jan, wobei ich nur beim letzten weiß, dass er sowas nicht grundsätzlich albern und daneben findet…

selbstmitleid und joanna newsom für klavier

Dienstag, 7. Juli 2009, 09:49 | 2 kommentare

schlaflos wälzte ich mich in meinem bettchen, draußen regnete und windete es (eigentlich eine gute einschlafhilfe) und ich dachte über selbstmitleid nach, unter anderem.
man sollte vielleicht versuchen, das wort mal ein bisschen zu rehabilitieren (?), beziehungsweise natürlich das damit bezeichnete. hier habe ich schon keine rechte lust mehr. zum einen liegt es doch auf der hand, zum anderen würden mich die überlegungen mehr oder minder zwangsläufig auf gefährliches terrain führen.

ausgehend von dem gedanken, dass sich jeder selbst der nächste sein sollte, dass man fürsorglich mit sich selbst umgehen sollte, verständnisvoll -
aber das liegt eben alles auf der hand und mit minimalster transferleistung (um das wort NOCH weiter im öffentlichen bewusstsein zu verankern, hätte ich an dieser stelle transfairleistung schreiben können. habe ich aber nicht gemacht, weil ich mich dann vor dem eigenen beitrag hätte ekeln müssen.) ist man schon beim selbstmitleid und kann sich seine eigenen gedanken machen.
einige anregende stichpunkte:
- “was hilft gegen selbstmitleid?” vs selbstmitleid als was, was gegen was anderes hilft.
- kann man mit anderen mitleid haben, wenn man mit sich selbst keines hat?
- ist es wie so oft nur eine frage des richtigen maßes?
- nein, wahrscheinlich hat es auch stark mit öffentlichkeit zu tun, oder? privates selbstmitleid also völlig ok, zur schau getragenes eher nicht?
usw.

die überlegungen führen mich, aber ich bin bockig, ich sträube mich, man muss sich den autor dieser zeilen als esel vorstellen.

ich glaube, ich habe tatsächlich noch nie ein wort darüber verloren:
hier hat sich jemand die wahrscheinlich gewaltige mühe gemacht, alles (? nee, ich glaube nicht ALLES.) von joanna newsom für klavier zu ä ich habe mich verheddert. es gibt auf der seite jedenfalls noten und bei youtube gibt es lauter videos und darum gehts eigentlich.
seitdem ich die zum ersten mal gesehen habe, rühren die mich sehr stark an. möglicherweise sogar schonmal zu tränen.
liegts daran, dass die musik, auch von anderen gespielt, soviel KRAFT hat? liegts an der großen hingabe dieser person an ihr projekt und an die musik? liegts einfach nur an der person?
selbstaufgabe und virtuosität sind zwei dinge, die ich sehr bewundere.

und zum vergleich:

schlampige notizen

Montag, 6. Juli 2009, 21:39 | kein kommentar

wenn die meisten leute schlecht über einen reden und man überhaupt nicht so den allerbesten stand hat (abgesehen von unermesslichem reichtum und bekanntheitsgrad, klar), dann muss man, scheints, nur sterben und schon ist die öffentliche meinung wie verwandelt. weil altes sprichwort. man soll über die toten nicht schlecht reden.

interessant auch, wie menschen “falsch” gelerntes verbissenst gegen die “realität” verteidigen, fiel mir gerade anhand von falschen zitaten auf. kürzlich sprach ich über selbst- vs fremdbild, da ist es ja ganz ähnlich, jedenfalls nach meiner erfahrung: aussagen oder reaktionen von anderen über/auf einen selber werden so lange wie irgend möglich in das eigene selbstbild zu integrieren versucht. auf biegen und brechen.

hier bist du, geneigte leserin und möglicherweise abgeneigter leser, gehalten, selbst ein bisschen was zu verfassen. gut daran: so wird dieser beitrag zumindest zu teilen GANZ nach deinem geschmack.

vor siebenundvierzig minuten haben wir GENAU die jahresmitte erreicht. (12:00)

Donnerstag, 2. Juli 2009, 12:48 | kein kommentar

zur feier musik.

schau mal, wie die gitarre spielt! hier sieht mans nochmal besser und es wird dann auch besprochen.


elizabeth cotten - i’m going away


kocani orkestar
- hajde te kelas (vom album the ravished bride)

nenns geseier

Mittwoch, 1. Juli 2009, 19:02 | kein kommentar

sehr gern wäre ich heute ein kind, vielleicht so zehn, und es wäre der letzte schultag, weil ist ja heute letzter schultag - vor den sommerferien. vielleicht auch eher 15 schon, andererseits war das zeugnis da glaube ich eher so mittel insgesamt; teils ziemlich schlecht, aber teils auch ziemlich gut, aber das ist ja trotzdem nicht so schön, das vorzeigen zu müssen.

ich weiß gar nicht, wann ich angefangen habe, der meinung zu sein, dass sich menschen niemals “wirklich” verstehen können. dass diese meinung nicht von mir persönlich erfunden wurde, ist mir schon klar, aber ich glaube schon, dass ich sie mehr oder weniger selbst hergestellt habe, oder wenigstens zusammengebastelt aus viel gehörtem und gelesenem und vielleicht auch aus erlebtem, das weiß ich nicht.
wenn man also jemandem etwa sorgen berichten möchte, in der hoffnung auf einen rat oder wenigstens zwei offene ohren und die person sagt dann sachen wie “das kenne ich”, “das verstehe ich” oder “das geht mir genauso”, finde ich das ichweißgarnichtsogenau. ich höre dann meistens mit den ausführungen auf, weil das ja schon ein bisschen was hat von “das kenne ich, brauchst nicht genauer zu erklären” oder sogar “die geschichte kenne ich schon”, wobei: eigentlich ist das nicht der grund, sondern ich denke innerlich “nein, tust du nicht”, kann das aber natürlich nicht aussprechen und so staut sich alles hinter dem nichtausgesprochenen.
was die andere person versteht oder kennt, sind bestenfalls die umstände, die zu den zu berichtenden sorgen oder zu den berichteten gefühlen oder was auch immer geführt haben und wahrscheinlich ist das sogar gleichzeitig der schlimmste fall, weil die andere person so die ihr eigenen erfahrungen ganz besonders hartnäckig mit den einem selbst eigenen gleichsetzt -

aber nun merke ich, dass ich das alles mehr oder weniger von andreas maier abschreibe, nicht dass ich das nicht vorher auch so empfunden hätte, aber eben nur empfunden, nicht so richtig ausformulieren hätte ich das gekonnt.

tee ist schon eine feine sache.