in den weihnachtsferien und ein bisschen darüber hinaus las ich das buch “die abschaffung der arten” von dietmar dath. ich weiß nicht, ob ich berichtet hatte von “dirac”, das war mein buch für den sommer gewesen. es handelt ein bisschen von dem britisch-französischen physiker paul dirac, zeitgenosse u.a. von heisenberg. es handelt außerdem von der entstehung des buches selbst und vom persönlichen umfeld des autors (jedenfalls will das buch den leser das glauben machen), es ist durch die verschiedenen zeitlichen und räumlichen ebenen, die sich alsbald zu durchdringen beginnen, teilweise verwirrend und es hat vor allem eine sprache von großer kraft und pracht und schönheit und schwere und macht [ehrlicherweise muss ich sagen: beim nochmal drüberlesen kommt mir das ein weniog überkandidelt vor, zur abschaffung der arten würde es eher passen, vielleicht war ich beim schreiben noch ein wenig müde, es war immerhin erst ca sieben uhr morgens!]. dass es voll von science-fiction-elementen ist, fiel mir beim lesen gar nicht recht auf (ein genre, das mich nicht nur nie interessiert hat, das ich auch immer eher mit mindestens skeptischem blick aus der ferne beäugt habe). kurz gesagt: ich war sehr beeindruckt.
das wusste der nikolaus und brachte mir “die abschaffung der arten”. ich begann bereits hier in bielefeld zu lesen, in pausen in der uni, in der bahn, es erwies sich jedoch als mühevolle lektüre. es ist voller fremder fremdwörter, von denen man nicht weiß: gibt es sie wirklich? sind sie erfunden? sprachlich wie inhaltlich ist man in eine fremde welt geworfen, in der man sich zunächst absolut nicht zurechtfindet. man muss darauf vertrauen, dass der autor es schon richten wird. der “hält einen bei der stange” mit noch weiter ausgefeilter, verfeinerter sprache, mit wundersamen wesen, namen, ereignissen und irgendwann, ohne dass man bemerkt hätte wie die veränderung vonstatten gegangen war, findet man sich mehr oder minder selbstverständlich zurecht in dieser welt, in der die vorherrschaft der menschen durch die tiere abgelöst wurde, wobei: so richtig stimmt das nicht. es sind doch sehr menschliche tiere, auch wenn ich über weite teile des buches anders gehofft hatte. menschen gibt es auch noch ein paar, die meisten davon allerdings eher kreaturen - aber ich will eigentlich nichts verraten.
ein historienroman ist es, eine gesellschaftsutopie, ein science-fiction-buch (muss man wirklich so zwanghaft vermeiden, an der stelle das wort “roman” nochmal zu verwenden, nur weil es ein kleines stückchen weiter vorn schon steht?), wahrscheinlich ein sehr politisches und sicher ein moralisches, ein fiktiver mythos über die entstehung der welt(en), ein aufwühlendes und bewegendes und lustiges und trauriges und schönes und schreckliches buch über so ziemlich ALLES. ein buch, das ich, als ich es fertig gelesen hatte, am liebsten gleich nochmal gelesen hätte (und ich bin SICHER: ich hätte hundert neue dinge gesehen, die mir beim ersten mal nicht aufgefallen waren, so dicht und vor allem voller anspielungen und bezüge ist es) -
vergangene nacht habe ich in der tat ziemlich viel geträumt. ich bin glaube ich nach jedem traum aufgewacht, erinnern kann ich mich trotzdem nur an einen. es ist ein traum, dessen struktur wiederkehrt: ich befinde mich in einer stadt und laufe umher. meist ist es hamburg, das allerdings nicht so richtig wie das hamburg aussieht, allerdings auch nicht allzu außergewöhnlich. manchmal gerate ich in ungemütliche situationen, manchmal nicht. diesmal wollte ich von einem teil der stadt in einen anderen gelangen, ich hatte eine ungefähre vorstellung, welchen weg ich einzuschlagen hätte, fragte dann aber einen polizisten, der mir in den weg kam. der fragte dann widerum seinen kollegen und der war argwöhnisch, ich würde die doch sicher nur auf die probe stellen wollen usw.
vielleicht geht das ja vielen so, ich jedenfalls habe seit ich denken kann immer einen oder mehrere wiederkehrende träume oder traumorte. eine zeitlang war es eine art senke mit gras und sand und einem kleinen hain, es fühlte sich südeuropäisch an dort, ein sehr sehr schöner ort war das und die träume waren selten inhaltsreich. als kind träumte ich während des einschlafens sehr häufig eine riesge weite, in der ich selbst war, ich dachte etwa ans universum oder etwas in der art. mir machte das große angst. mit der zeit wurden die abstände zwischen den träumen größer, aber bis vielleicht 16 oder was kam der traum immer wieder. dieser übrigens ohne variation. wenn ich mich recht erinnere, habe ich erst sehr viel später jemandem davon erzählt.
kürzlich hörte ich im radio ein interview mit einem der autoren des buches “philomat - apparat für weltanschauliche diagnostik”. das klang interessant, ich habe aber keine lust, da groß was drüber zu schreiben. auf der website bekommt man aber einen ganz guten eindruck davon, man kann dort herausfinden, was man so übers töten denkt, in einem selbsttest. das erstaunliche ist, dass das ergebnis tatsächlich ziemlich prägnant zusammenfasst, was meine ansichten sind. das hätte ich selber nicht gekonnt.
heute las ich bei myspace, dass david eugene edwards (”of 16 horsepower-/wovenhand-fame”) ein kleines konzertchen (drei stücke) gegeben hat, davon gibts ein video anzuschauen, man kann es auch herunterladen. ich empfehle das, außerdem erfährt man, dass er durchaus auch lächeln und lachen kann, wer hätte das gedacht (ich)!
nachher gehts zu rose kemp, ich bin sehr gespannt.
aus reinem pflichtbewusstsein (und vielleicht, weil ich gerade, zu spät, den überweisungsträger ausgefüllt habe, der macht, dass meine bank ein bisschen virtuellen zaster zu der bank meines mich meistens sehr zufriedenstellenden webhosters HOSTLOCO hinüberschiebt) gibts ein bisschen musik. zum teil zu weihnachten bekommen, zum teil selber gekauft, zum teil bei anderen blogs gefunden.
ein frohes, friedliches, erkenntnisreiches, anstrengendes, nützliches neues jahr.
palms - der koenig (auf dem album it’s midnight in honolulu, ich habs aber von der letzten spex-cd. wollte ich auch noch was zu schreiben, da standen interessante sachen in der spex und beim reinhören war ich bereits begeistert.)
und als ob das noch nicht genug wäre, ein paar höchst unmotiviert hingeklatschte links, die sich so angesammelt haben, zu denen ich sicherlich jeweils was ausführlich hatte schreiben wollen.
*bei diesem interview auf der buchmesse mit sven regener wurde jedenfalls mir ganz anders. man merkt, wie er sich beherrschen muss, wie er fast die fassung verliert ob dieser unfassbar dummen fragen, ob der dreistigkeit auch, so vollkommen unvorbereitet in ein interview zu gehen und sich dann offenbar nicht im allergeringsten dafür zu schämen.
dazu passt ganz hervorragend ein text von max goldt (mal wieder, wann passt eigentlich mal KEIN text von max goldt?):
max goldt hat unlängst den kleistpreis erhalten. der doofe daniel kehlmann hat eine überkandidelte und pathetische laudatio geschrieben, die kann man sich durchlesen, inhaltlich stimmt das schon alles bzw gehe ich damit mow konform, aber der TON!
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