vorgestern schaute ich zum zweiten mal blue velvet. doller film. nicht ganz so unverständlich und verwirrend, wie in meiner erinnerung, aber nichtsdestoweniger ziemlich bedrückend und beängstigend.
eigentlich albern, darüber jetzt irgendwas schreiben zu wollen. die etwas zu makellose amerikanische vorstadtidylle (der feuerwehrmann am anfang und am ende oder der dicke mann mit sonnenbrille und hund, der fast völlig unbewegt im bild steht, als jeffrey zum ersten mal zum haus von detective williams geht) und dann natürlich dieser sog, in den jeffrey gerät.
und die musik! ich mag eigentlich weder die von isabella rosselini im film vorgetragene version noch die von bobby vinton besonders gern, aber erstens passt die letzte natürlich wie die faust aufs auge (…) und zweitens habe ich mich noch nicht darum bemüht, eine bessere zu finden.
diese szene (und die folgende) möglicherweise mit am …sten, und überhaupt dean stockwell als ben -
aber auch wieder blödsinn, da so szenencharts sich ausdenken zu wollen.
in der aktuellen ausgabe des (evangelischen) christenheftes chrismon beantwortet sven regener einige fragen. die fragen sind einigermaßen doof, die antworten zum teil sehr gut (ist also doch nicht so, wie ich gestern noch, max goldt gedenkend, sagte, dass künstler einfach ihre arbeit machen und nicht dauernd fragen völlig andere dinge betreffend beantworten sollten. jedenfalls nicht in jedem fall.)
was können erwachsene von kindern lernen?
zwischen zwei und drei jahren haben kinder was extrem bezauberndes, so eine unglaubliche neugierde und offenheit. sie sind begeistert von dingen, die wir nicht einmal mehr bemerken. das ist toll - aber sollte man das von ihnen lernen? wir hatten das ja auch mal, und es gibt gute gründe, dass wir nicht mehr über alles staunen. ich bin 47 jahre alt, soll ich mich wirklich benehmen wie ein zweieinhalbjähriges kind? ich glaube nicht. grundsätzlich ist es immer besser, wenn die kinder von den erwachsenen lernen. die kinder vertrauen darauf, dass sie von den erwachsenen etwas lernen, weil die kinder keine ahnung haben, die sind neu im geschäft.
das ist auch einer der punkte, die mich an jostein gaarders buch sofies welt mittlerweile (bzw im rückblick) so stören, dieses beschwören von kindlichkeit und naivität und staunen als was furchtbar tolles und erstrebenswertes, das ist doch etwas albern und übertrieben. klar ist da auch ein bisschen was dran, gibt ja schon viele leute, die völlig stumpf durchs leben kriechen und gar nichts mehr mitbekommen, aber wäre nicht auch hier der mittelweg das richtige?
oder das dauernde gerede vom bewahren des kindlichen, kind bleiben wollen, das innere kind. ist mir ein rätsel. jedenfalls was mich betrifft würde ich sagen, dass da noch ausreichend da ist, vielleicht ein bisschen wie zuckerwatte oder sowas, es wächst halt außenrum, da ist das vom anfang doch nicht verschwunden, vielleicht ein bisschen eingepackt; die persönlichkeit wird im idealfall reicher und vielfältiger, da verdrängt doch nicht unbedingt das eine das andere. damit einhergeht dann auch meistens ein misstrauen dem erwachsenwerden/-sein gegenüber, was ich genauso unsinnig finde, ist doch ganz viel gutes am erwachsensein!
aber was rede ich.
leider leider haben element of crime einiges an musik zum neuen, vermutlich enorm belanglosen, film von leander haußmann (mit dem ebenfalls unglaublich öden tom schilling in der hauptrolle) beigesteuert, finde ich ein bisschen schade. ein video mit lied (ein hotdog unten am hafen). ich finds nicht so, das lied, das video natürlich eh nicht.
deshalb noch ein besseres: wenn der morgen graut. (auf die schönen rosen)
damit dies hier nun wirklich zur absoluten werbeveranstaltung wird, möchte ich darauf hinweisen, dass neue vahr süd ein wirklich sehr gutes buch ist, besonders vom autor selbst gelesen.
das allererste nicht-klassische konzert, auf dem ich war, war von den buddhas, eine a-cappella-kapelle aus hamburg, die coverten mehr oder minder bekannte -
jedenfalls fand ich das damals ganz beeindruckend, soweit ich mich erinnere, das ging dann aber auch schnell vorüber und ich wurde dem gutfinden von musik aus virtuositätsgründen abhold (ausnahmen best…).
nicht dass sich das geändert hätte, aber neulich hat irgendwo auf unserem blauen planeten (wenn schon scheiße schreiben, dann aber auch richtig) einen haufen coverversionen des indie-dauerbrenners SUCH GREAT HEIGHTS zusammengetragen und eine davon gefiel mir ganz besonders gut:
für die klickfaulen: das ist der universitätschor irgendeiner amerikanischen hochschule, das kann man dann ja da nachlesen. die haben sich schon durch eine andere coverversion einen namen gemacht (wobei, den namen hatten sie vermutlich schon vorher), was weiß denn ich, das ist ja kein informationsdings hier, habe ich ja schon öfter gesagt!
nicht fehlen darf in diesem zusammenhang natürlich auch der wirklich ganzu unglaublich fantastische remix von john tejada. es ist glaube ich immer noch der beste remix, den ich kenne, gerade weil er ziemlich wenig macht, das aber sehr (…).
und zu guter letzt lege ich der geneigten leserin noch eines der hübschesten, niedlichsten, rührendsten (und nebenbei auch poppigsten, cleversten usw usw) trennungslieder ÜBERHAUPT ans herz:
the postal service - nothing better (vom immernoch sehr sehr kaufenswerten album give up)
es ist eigentlich nur das intro, das mich für dieses lied ziemlich einnimmt. ein bisschen verwirrend, rührend. den rest des textes kenne ich nicht. vom video bin ich sehr hin- und hergerissen.
ein anderes video finde ich allerdings ziemlich uneingeschränkt großartig. ja, natürlich ist es kitschig, aber es ist wirklich sehr hübsch, finde ich, ich bin geneigt zu glauben, dass es genauso ist, wie es suggeriert wird: die paare (und verlassenen…) werden da hingesetzt, wissen nicht, was sie zu hören bekommen werden und hören dann dieses wunderwunderwunderwunderwunderschöne kleine liebesliedchen. vielleicht sind mir die paare ein bisschen zu new york der späten neunziger, wie sie dann auf parties in filmen wie hamlet (der mit ethan hawke) oder so rumstehen (gibts da überhaupt eine party? spielt der überhaupt in new york? ich glaube, das ist auch sonst ein schlechtes beispiel, weil die da ja alle irgendwie ein bisschen verkleidet aussehen, aber es fiel mir gleich ein. vielleicht passt the hours besser?), aber das kann man ja mal übersehen, finde ich. es treibt mir tränen der rührung in die augen!
und weil ich es seit vorgestern ständig hören muss:
so heißt der betreff einer spammail, die ich öfter mal bekomme. muss ich erklären, was mich daran amüsiert? ich denke nicht. (das doppel-n ist es nicht)
heute hat karl lagerfeld geburtstag und anlässlich dessen gab es ein kleines portrait im radio zu hören, da hörte man ihn unter anderem von seiner mutter erzählen. dass sie sich seine geschichten nie habe anhören wollen und er sich deshalb angewöhnt habe, so schnell zu sprechen; er habe die geschichte ja zuende bringen müssen, bevor sie bei der tür angelangt sei. oder dass sie als frau eines milchfabrikanten ihre brüste nicht für “so etwas” wie stillen habe hergeben wollen.
am schönsten fand ich, dass sie einmal gesagt haben soll “du bist vielleicht sechs, aber ich nicht!” den zusammenhang habe ich leider verpasst, aber man kann sich ja irgendwas hübsches ausdenken.
collegium vocale gent, leitung philippe herreweghe - so ist mein jesus nun gefangen, arie (sopran & alt) & chor, aus der matthäuspassion (bwv 244) (sopran: sibylla rubens; alt: andreas scholl. die aufnahme gefällt mir, wie üblich bei philippe herreweghe, ganz außerordentlich. ich empfehle sie uneingeschränkt. man kann sie kaufen.)
man muss die matratze manchmal ein wenig kneten und walken, damit sich pferdehaar oder so, milben, milbenkot und leider auch tote milben besser verteilen.
die allseits beliebten katz & goldt haben ein neues buch gemacht, es heißt wellness rettet den bindestrich und es gibt, wie bereits fürs letzte buch, einige sehr schöne werbevideos dazu.
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