ich habe da sozusagen einen mix gefunden, der heißt IT’S OVER, wie das lied von roy orbison; es ist ein mix übers verlassenwerden und mir gefällt er sehr.
die tracklist sieht so aus:
1. emmett miller - lovesick blues
2. merri gail - unchained melody
3. josephine foster - warsong
4. wir sind helden - du erkennst mich nicht wieder
5. my brightest diamond - it’s over (live, mit drangeklebter ansage aus einem anderen konzert vor dem gleichen lied)
6. erdmöbel - weil du fortgehst
7. m.a. numminen - warum schweigt das telefon?
8. jay-jay johanson - escape
9. sopor aeternus & the ensemble of shadows - no-one is there
10. fursaxa - alone in the dark wood
11. emir kusturica & the no smoking orchestra - grüß gott trauer
12. slut - eifersuchtsduett
13. marissa nadler - bird song
14. jana hunter - bird
15. woven hand - ain’t no sunshine
16. cinema strange - the toad curse and how it perished in flames
17. quarks - herz bricht
18. element of crime - weißes papier
19. bob dylan - girl from the north country
20. peterlicht - du kommst nicht mehr zurück
21. roy orbison - it’s over
man kann die ganze sache hier herunterladen (entschuldigung, solche großen datenmengen gibt glaube ich mein traffic nicht her, da wäre hier ganz schnell feierabend und das WOLLEN wir doch alle nicht, oder?).
den ganzen tag über war es schwül-warm gewesen, 29° und dunstig bis bewölkt, eine hitze, die mich in meiner wohnung hatte bleiben lassen, bei geschlossenem fenster und zugezogenen vorhängen, immer in erwartung des gewitters, das sich, so hoffte ich, im westen zusammenbraute oder in einer der anderen himmelsrichtungen, die ich von meinem fenster aus nicht sehen kann.
ein wind kam auf und es wurde dunkel, dann wurde es allerdings wieder ruhig und auch heller, dann wieder dunkler -
ich entschloss mich, einfach nach draußen zu gehen und auszuharren. ich schlenderte durch den so gut wie leergefegten park, bekam ein paar müde tropfen ab, rannte übermütig und barfuß über die wiese, machte sogar aus lauter bewegungsdran ein paar liegestütze, aber der ersehnte platzregen kam nicht, im gegenteil, das getröpfele ließ wieder nach und das donnergrollen schien sich auch zu entfernen. “na gut”, dachte ich, “schreibste halt was in dein dings über jahreszeiten und stimmungen oder so, vielleicht ein paar besonders schmerzlich-drückende sommerlieder dazu, immerhin.” und ging heim. machte den laptop an. füllte mir den rest griesbrei in ein schälchen. und dann? genau.
als ich da jedenfalls so durch den park schlenderte und die bereits abkühlende luft atmete, breitete sich ziemlich plötzlich und mit macht ein gefühl in mir aus. es will sich nicht beschreiben lassen, es ließ sich schon in dem moment gar nicht fassen und begreifen; eine mischung aus tiefer traurigkeit, erleichterung, freude und noch vielen vielen anderen sachen, erinnerungen spielen auch eine große rolle. erinnerungen an sommerurlaube als kind, als es auch so roch, erinnerungen an kostbare wochen allein in der elterlichen wohnung als jugendlicher, als das wetter das gleiche war, erinnerungen an melancholische sommernächte in der stadt, als ich ebenso allein schlenderte. und das brachte mich auf den gedanken (nicht zum ersten mal), dass der sommer doch die jahreszeit ist, die am meisten aufwühlt. klar, herbst- und winterdepression, frühjahrsgefühle, aber die letzten sind eher leicht, luftig, erwartungsfroh, heiter, vielleicht auch ein bisschen drängend, aber im ganzen doch relativ klar zuzuordnen und vor allem insgesamt positiv (nicht zwangsläufig das resultat aus den gefühlen, etwa sozusagen unerfüllte frühlingsgefühle, aber das ist ja was anderes). die herbstdepression mag noch etwas von der sommerlichen hitze haben, ein bisschen sturm und drang, aber sie geht zunehmend über in die winterliche starre, das graue, das dunkel, die kälte.
vielleicht kann man die extrem vielfältigen sommerlichen gefühle wirklich als stürmen und drängen bezeichnen, vielleicht auch als sehr pubertäre jahreszeit, emotional gesehen. hermann hesse zum beispiel ist für mich untrennbar mit sommer verknüpft und das ist ja ein autor, den man meist in jungen jahren liest, stelle ich mir jedenfalls vor.
man könnte das alles noch viel weiter aufdröseln, ich könnte versuchen, (mir) zu erklären, wie ich auf diese gedanken komme, ich könnte die sogenannte meta-ebene betreten, ich könnte es auch sprachlich noch etwas daran feilen oder mich für den stellenweise auftretenden kitsch entschuldigen.
mach ich aber nicht.
leerer wars als beim letzten mal, viel leerer; wegen em?
in der schwimmhalle der uni (mit eintrittskarten, obwohl ja alles kostenlos war, unverständlich): eine weißgekleidete dame mit maske auf und farbigen papierstreifen im haar bewegt sich langsam durch den raum, auch durchs (flache) wasser, dabei macht sie geräusche mit der stimme (sie ist sopranistin und “experimentelle musikerin”), später quietscht sie auf einer viola, noch später auf einem mir nicht bekannten instrument, das ein bisschen aussieht, wie ein sehr schmaler schrank. meine begleitung und ich verkneifen uns das lachen, ich denke: das kommt davon, wenn auf einmal jeder einfach so kunst machen darf und die dann auch noch öffentlich präsentieren. früher lernte man elend lang und hart bei einem meister. die weiteren beleidigungen, die uns einfielen, behalte ich für mich.
unter der schwimmhalle in einem umkleideraum eine band: ich fands langweilig, standard-indierockpop mit deutschen texten. das einzig originelle element war die tatsache, dass der schlagzeuger der sänger war. außerdem war der raum winzig klein.
in der halle die ganze zeit eine human beatbox. ich kenne mich da nicht aus, finde es aber immer beeindruckend, vermutlich auch schon bei anfängern.
auf einem flur zwei junge frauen vor einem großen schwarzweißen bild, so hieß deren wasauchimmer auch: white lines/black lines. das bild dazu im programmheft hatte gut ausgesehen, der text war vielversprechend gewesen (das allerdings ein grundsätzliches problem der ganzen sache: die teilnehmenden schrieben offenbar die texte selber. so waren sie selten aussagekräftig und klangen dabei natürlich fast immer irgendwie interessant.) - leider glänzten die beiden durch weitgehende, entschuldigung für dieses ekelhafte wort, talentfreiheit. es wurde zur gitarre und zum keyboard (bzw dessen eingebauten rhythmen) gesungen und das leider sehr schlecht. meine begleitung meinte, es könne sich nur um eine verlorene wette handeln.
dann, in einem (leider sehr kleinen) seminarraum ein frauenchor (”just sing!”), in dem auch eine gute freundin von mir singt. ich muss gestehen: ich hatte etwas sorge, es könnte mir ü-ber-haupt nicht gefallen, nämlich weil ich zb auch männerchöre nicht schätze, ich dachte also: ein geschlecht reicht nicht für wohlklang. umso erstaunter war ich! schmissig wars und gut geklungen hats. einzig die raumgröße (und auch das statt eines ordentlichen klaviers verwendete keyboard) und der damit verbundene nicht-so-gute klang haben gestört.
im sogenannten schwarzlichtraum, der allerdings mit kerzen und schummerigen lampen beleuchtet war, wurde vorgelesen. wir hörten eine erzählung, leider habe ich den titel vergessen, über einen apotheker, den es -
ach, ich kann das nicht gut nacherzählen. jedenfalls lasen zwei von dreien ziemlich mies (der eine überbetont und das auch noch oft an völlig unsinnigen stellen, der andere abgehackt (die kommata zu stark mitgelesen)); trotz meines ja kaum vorhandenen selbstbewusstseins traue ich mir ohne weiteres zu, das besser zu machen, der dritte dafür gut. danach gab es kurz geigenmusik, etwas unglücklich gemacht, weil keiner erwartete, dass noch etwas käme, man klatschte schon und zwei personen verließen den raum, was die atmosphäre empfindlich störte.
zwischendurch schauten wir natürlich immer mal bei dem auf der galerie befindlichen fernseher vorbei: es blieb bei 0:0. glücklicherweise kamen wir genau pünktlich zum ende der verlängerung und verpassten nicht das unterhaltsame elfmeterschießen. ich zitiere meinen schicken em-planer von 11 freunde (allerdings aus dem gedächtnis, den habe ich nämlich irgendwo liegenlassen, scheints): “türkiye! türkiye - was so viel bedeutet wie “türkei! türkei!”
es gab noch ein paar bands, die ich allesamt grottenlangweilig fand, es gab moderne elektronische musik in form von zerhackstückelung und sonstiger verfremdung dessen, was der frauenchor sang. ich fand es sehr interessant, aber man hätte sich länger darauf einlassen müssen, um etwas davon zu haben. es gab noch mehr sachen, von denen wir uns viel versprachen, die aber völliger mist waren: bei “colours of the night” stand im text etwas von “inszenierung”, lichtprojektionen, musik (telemann, autenrieth (kenn ich nicht), von eyck), stimmungen usw. alles recht hochgestochen. und was war? jemand spielte blockflöte und hinter ihm wurden bilder an die wand geworfen, die meine begleitung an die visualisierungen im winamp oder mediaplayer erinnerten. (hier sollte jetzt eigentlich mal wieder ein schönes max goldt zitat stehen, aber die oft wenig aussagekräftigen titel der texte bei gleichzeitiger maximaler themenfülle verhindern, dass ich die stelle finde.)
verpasst habe ich leider die aufführung von “aria” von john cage. sehr, sehr ärgerlich. was ich noch verpasst habe, konnte ich zum glück schnell verdrängen.
aber es gab auch das kozma orkestar! klezmer, balkan-lastige folklore und sowas alles, ich habe gestrahlt wie ein honigkuchenpferd und war ganz verzaubert.
passend dazu a hell of a song, ich glaube, das druckvollste und mitreißendste stück musik, das ich kenne, jedenfalls bei den ersten ca. 100 malen anhören.
morgen ist sommer. der himmel ist grau, es ist ungefähr 20° warm oder kalt, je nachdem. netzer und delling hören nach der em auf, bzw delling hört auf, über netzer weiß mans nicht, aber alleine wäre blödsinn und mit jemand anderem irgendwie auch.
wird mir fehlen, zb wegen sowas. oder sowas. und natürlich wegen der eloquenz, der SPRACHE, für die sie, völlig zu recht, wie ich finde, einen medienpreis für sprachkultur erhalten haben.
vielleicht interessiert ja jemanden, dass bei “dellings woche” irgendwann mal günter netzer und wolfgang overath zu gast waren, man kann sich das ganze komplett anschauen, wenn man möchte: 123456
heute abend in meiner schönen uni: die nacht der klänge. für die, die es wissen wollen das programm (pdf). ich bin gespannt.
kleiner nachtrag: hier steht, dass das ende der delling-netzer-zusammenarbeit doch gar nicht so sicher sei.
da schreibt mir vor einigen tagen mein webhoster, eine beschwerde sei eingegangen wegen copyrightverletzung und ich nehme in vorauseilendem gehorsam ALLE mp3s raus, die ich nicht tatsächlich selber hergestellt habe sozusagen, als wäre so eine beschwerde gar so verwunderlich.
und nun wird in den headquarters HEISS diskutiert wie es weitergehen soll.
das neue favicon, also das kleine bildchen das seit… wie lange gibts das schon? naja, also das bildchen, dass in der adresszeile direkt links von der adresse steht. dieses bildchen hat sich bei google, wie der einen oder anderen aufgefallen sein dürfte, geändert. ich finde es erstens hässlich und zweitens ist es weniger gut wiedererkennbar. das grünblaurot mit weißem grund war sehr gut in seiner schlichtheit, das große klare G auch. das neue mag moderner aussehen, aber: nützt ja nix.
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