55 (am anderen ort)

Montag, 30. April 2007, 17:24 | kein kommentar

als ich mit meinen eltern durch wald und heide lief, versuchte ich, um die schlechte stimmung und die traurigkeit loszuwerden, nichts zu denken, alles durch mich hindurch fließen zu lassen. es ging so einigermaßen. ich glaube, früher konnte ich das gut: da saß ich genau hier, wo ich jetzt sitze, schaute aus dem fenster und dachte allenfalls: baum, himmel, wolke, wasser, boot, haus. natürlich nie besonders lange, ich habe es ja nicht darauf angelegt, eher im gegenteil, die hausaufgaben riefen oder irgendwas anderes.
ich habe eigentlich nichts zu sagen. nichts als: baum, himmel, wolke, wasser, grün, blau, rot, boot, traurig, hoffnung -

ach doch: ich kann mich immer nicht entscheiden zwischen so einem fatalismus und einem großen staunen, zwischen traurig und froh, zwischen alles egal und ideale haben usw. ist es nicht ein wunder, dass die welt ist? ist es nicht vollkommen normal und irgendwie auch furchtbar wurscht, dass die welt ist? ist nicht alles sehr traurig? ist es nicht schön?
und ich brauche dann immer einige zeit, bis mir wieder bewusst wird, dass man sich da nicht entscheiden muss, dass man ein mensch ist und deshalb zu einem großen teil aus widersprüchen besteht. aber ich hätte es gern eindeutig, da ziehts mich immer schon hin.
nützt ja nichts.

das wetter wird kühler.

54 (am anderen ort)

Freitag, 27. April 2007, 17:41 | kein kommentar

in der stadt, auf der suche nach geschenken. höre cds an bei saturn. zunächst in der klassikabteilung, dann bei der “weltmusik”. beidesmal steht in meiner nähe ein mittelalter (40? ich kann alter grundsätzlich absolut nicht schätzen), in leuchtendes lila gewandeter mann. ein afrikaner, denke ich, denn das gewand sieht nach afrika aus. er lächelt mich an und ich lächele zurück, weil er mir anzumerken scheint, wie ich von der musik begeistert bin und ihm gehts offenbar ähnlich. z.b. das kocani orkestar, die lieblingsbalkanbrassband von dings, beirut, wie heißt er gleich wieder. da sind diverse stücke umwerfend. ich hätte fast mitten im saturn losgeheult. eh nah am wasser gebaut heute; vielleicht liegts an der nähe des wassers. vielleicht aber auch nicht.
ich schlenderte von hier nach da und wieder zurück. die buchhandlung von der höh in den großen bleichen, eigentlich meine liebste buchhandlung in hamburg, gibts nicht mehr. auf dem dingsplatz steht die tvtotal tvbox. auf dem plateau vor der galerie der gegenwart steht eine schwarze box, wenn man so will.

sah eine frau ohne gesicht. bzw… wie soll man sagen. erschreckend.

den neuen film von david lynch würde ich auch gern sehen, was in der zeit stand, klang vielversprechend. aber ehrlich gesagt: ich traue mich nicht.
apropos zeit: sibylle berg schreibt im reiseteil einen hübschen artikel über den wald. dort: “vielleicht kann man den quatsch einfach lassen - sich durch yoga finden und ruhe durch meditationskurse und beweglichkeit durch pilates. ein wenig durch den wald tigern hat denselben effekt.”

mein linker fuß ist geschwollen und ich kann da nicht mehr so richtig auftreten. meine todschicken sandalen scheinen für längere fußmärsche nicht gemacht zu sein.

53 (am anderen ort)

Freitag, 27. April 2007, 10:51 | kein kommentar

“… wie in der geschichte von dem standhaft schweigenden, für stumm gehaltenen kind, das eines tages druckreif zu sprechen beginnt: ‘die milch ist sauer’, und das auf die entgeisterte frage, warum es denn bisher nichts gesagt habe, kühl antwortet, bis jetzt sei ja alles in ordnung gewesen.”
aus der zeit vom 19. april, artikel über sibylle lewitscharoff (von martin mosebach).
in der gleichen zeit ein artikel über twitter.com, klingt gut, kann ich hier nicht testen und infolgedessen auch nichts weiter drüber schreiben. bitte, entgegen den gewohnheiten, mal ausprobieren.
neben dem artikel eine prada-anzeige: links liegt, wie fallengelassen, eine schwarze tasche, daneben stehen zwei beine, etwa vom knie an abwärts im bild, graue anzughose, etwas hochgerutscht, an den füßen hellgraue norwegersocken und schwarze sandalen.

gestern sehr schöne zugfahrt: ab um 1809, eine halbe stunde aufenthalt in osnabrück, wo ich glaube ich seit paderborn nicht mehr war, ein seltsamer bahnhof. stand draußen auf dem bahnhofsvorplatz und rauchte in der abendsonne. dann wieder eine halbe stunde aufenthalt in bremen, der bahnhof erinnert an den hannoveraner bahnhof, nur älter, düsterer, weniger offen und luftig. dort vor dem bahnhof die obligatorischen punks: “vielleicht ein wenig kleingeld für die vernichtung von tokio hotel?” und “der herr mit der brat: etwas kleingeld parat?” ich biete, magels kleingeld, ein stück pizza an, es wird dankend abgelehnt, man habe heute schon so viel essen geschenkt bekommen, es sei einem schon ganz schlecht.

lese döblins “berlin alexanderplatz”, gefällt, gefällt sehr gut, nur die collagetechnik stört mich manchmal. bei “morenga” wars glaube ich das erste mal, das ich das gut fand, weil es ja verschiedene blickwinkel zeigte, die ganze sache von mehreren seiten beleuchtete. hier dient es dazu, at(h)mosphäre zu schaffen, auch gut, klar, mich nervts trotzdem, weil es mit den handelnden figuren nichts mehr zu tun hat, es werden einfach kurze szenen geschildert oder -
es ist eine persönliche geschmacksfrage.

ich hätte lust, mir “full metal village” anzuschauen, da gibts auf zeit.de diverse artikel und einen bezaubernden filmausschnitt.

52

Donnerstag, 26. April 2007, 13:20 | kein kommentar

jedes verlassen einer wohnung auf längere zeit macht mich traurig. auf einer skala von eins bis zehn, wobei eins ganz leichte traurigkeit ist und zehn suizidale verzweiflung, würde ich sagen, zwischen eins und vier. ist es eine drückende sommerhitzliche stimmung, tendiert es gegen vier. die tasche packen, verderbliches wegwerfen, schauen ob der kühlschrank auch wirklich zu ist, ausmachen, was man ausmachen muss, sich verabschieden von den dingen. naja, zweieinhalb vielleicht eher. aber vier kommt auch vor.
am aktuellen eintrag in herrn goetzens blog kann man mal wieder sehen, was ich an dem, unter anderem, so sehr mag, an seiner schreibe: dass das eine umwerfende schönheit der sprache ist, bei (scheinbar?) maximaler belanglosigkeit des geschilderten. wobei ich das letzte nicht unbedingt mag, klar.
gleich zur uni, dann nach hamburg.

51

Mittwoch, 25. April 2007, 14:51 | kein kommentar

gerade habe ich aus reiner unlust nichts gesagt, als mir die kassiererin einen euro zu wenig wiedergegeben hat.

50

Mittwoch, 25. April 2007, 09:12 | kein kommentar

weiterhin trocken, heute bis 30 grad am rhein, in ostwestfalen aber sicher auch über 25 grad.
lieber gott, mach -
heute abend ein letztes mal ausgehen, morgen heim, geburtstag meiner mutter am freitag, was denn nur schenken?
dies ist der fünfzigste eintrag.
die single von wir sind helden finde ich eher beschissen.

49

Montag, 23. April 2007, 23:51 | kein kommentar

der sommerregen macht die luft -
die neue single von gwen stefani finde ich sehr gut.

48

Montag, 23. April 2007, 13:50 | kein kommentar

die großartigsten onlinespiele, eigentlich auch die einzig guten (die ich kenne, wenn ich jetzt nicht gerade etwas vergessen habe), gibt es meiner meinung nach bei popcap. und zwar speziell die spiele zuma und dynomite. ist nicht ungefährlich allerdings, leicht passiert es, dass man stunden dasitzt und nichts anderes tut und nach jedem verlorenen spiel denkt man “och, EINS noch” und dann ist es auf einmal hundert uhr usw.
von anderen gefahren will ich gar nicht sprechen.

47

Sonntag, 22. April 2007, 22:50 | kein kommentar

web 0.0 ist das hier. ich verzichte sehr bewusst auf jeden firlefanz und vor allem auf jede art counter. ich wollte das eigentlich schon viel früher geschrieben haben, als reaktion auf den artikel bei wirres.net, hatte da aber irgendwie keine lust. jetzt habe ich eigentlich auch schon wieder keine lust mehr. es ist jedenfalls so, dass mich ganz besonders der counter, aber im prinzip auch alles andere drumherum, sehr vom schreiben selber abgehalten hat. man schaut ich schaue dauernd: wo kommen die besucher her, wo bleiben die besucher, wann kommen besucher etc und das geht irgendwann so, dass ich gar nichts anderes mehr mache. dieses ganze metazeug ist, jedenfalls für außenstehende, irrsinnig langweilig. für einen selber eigentlich auch, glaube ich. aber so vieles, was man tut, ist irrsinnig langweilig.
flickr nervt eigentlich auch schon, ich ertappte mich soeben dabei, nachzuschauen, ob wohl schon jemand meine bilder angesehen hat.
ist schön, zu dieser art schreiben zurückzukehren, einfach so schreiben, ins vollkommen ungewisse. ich habe nicht die allergeringste ahnung, wieviele menschen das lesen, geschweige denn wer. bei zwei, drei leuten glaube ich, dass sie es lesen. und ich glaube nicht mal, dass es mehr sind. aber erstaunlicherweise ist das nicht weiter wichtig, weil es mir von keinem counter gezeigt wird. schön wäre, würde ich nicht sehen, dass mich niemand verlinkt hat…

heute im park,
wetter wird wieder wärmer.
sandalenwetter, aber wusste ich nicht, dachte, es würde eher wieder so wie die letzten tage.
sehr zutrauliche enten.

46

Samstag, 21. April 2007, 16:57 | kein kommentar

das studivz hat einen seltsamen und wie ich finde ganz ulkigen effekt: auf einmal kommen einem dauernd leute, die man so sieht, irgendwie vage bekannt vor.

das wetter ist kühl aber schön.

uni macht spaß. mein stundenplan ist voll. ich bin kaum noch zuhause.

45

Samstag, 21. April 2007, 14:48 | kein kommentar

ich jetzt auch bei flickr, wegen traffic und platz und alles. naja.

44

Freitag, 20. April 2007, 01:22 | kein kommentar

ach ja.
herzlichen glückwunsch nachträglich, alles gute, gesundheit usw usw und auf die nächsten 80 jahre.

mein lieblingsbild ist irgendwie verschwunden und die ersten 30 seiten der google bildersuche bargen es nicht.

nachtrag: nicht ganz lieblingsbild, aber mag ich auch sehr gern.

psticker2.jpg

43

Mittwoch, 18. April 2007, 00:21 | kein kommentar

nehr als 3 blogs aufm mal kann man glaube ich auch gar nicht vernünfitg wahrnehmen, wenn es so gehaltvolle sind, wie die, die ich lese. und dazu der vergangene abend noch in den gedanken und der alkohol und bob dylan - moonshiner.

42

Sonntag, 15. April 2007, 23:55 | kein kommentar

schwitzend erwachte ich, wusste nicht, welchen punkt auf der to-do liste fürs wochenende ich in angriff nehmen sollte, entschied mich für putzen und brauchte stunden, um mich aufzuraffen. das bad ist nun sauber, wäsche gewaschen, geschirr gespült. in der wohnung ist es zu warm. nacktputzen. im kopf ist zu viel irgendwas, was schmerz erzeugt, da gibts aber nichts, was man da wegmachen, ausziehen könnte, dass das weggeht.
durch die nacht schlendern mit einer flasche bier, warm ist es und sehr schön und sehr traurig. eigentlich ja eine angenehme melancholie. wenns nur das wäre.

die musik. ja, ja, die musik.

41

Sonntag, 15. April 2007, 14:17 | kein kommentar

maria taylor hat ein neues album und das erfahre ich rein zufällig, als ich mich wieder mal durch die täglichen blogtracks bei der hype machine klicke. wieso sagt mir das denn keiner? wieso steht das nirgendwo?
mir gefällt das cover sehr gut. erstens das sympathisch unzeitgeistige, die warmen, dunklen farben, das motiv natürlich auch. aber vor allem mag ich das männchen rechts, wie heißen die nochmal, für die maler die. denn das war auf dem cover der letzten platte drauf, das gefällt mir gut, der rückbezug, da kann man sich ja mal überlegen, was hat das zu bedeuten, was könnte gemeint sein.
irgendwie klingt bei maria taylor alles ziemlich ähnlich. da tut sich wenig, gibts keine überraschenden einfälle, weder formal noch im songwriting. aber das macht überhaupt gar nichts, weil erstens die stimme und zweitens die melodien. könnt ick mir rinlejen.

11:11 lynn teeter flower

und nochmal der link zu maria taylors myspace seite, wo man sich ein sehr schönes lied herunterladen und drei weitere anhören kann: link.

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