(das hat ein flickruser mit dem sympathischen namen conor lawless gemacht.)
jaja, das hatten wir schonmal, schon klar. aber kürzlich hat mich die hypemachine auf einen remix aufmerksam gemacht, bzw ich bin erst kürzlich darauf aufmerksam geworden.
das ist mir anlass genug, euch alle versionen dieses fantastischen liedes von dieser großartigen musikerin zu zeigen, die ich besitze.
hier, guckt mal!:
das my brightest diamond lied war glaube ich nicht getaggt, oder?
neulich habe ich im radio eine sehr interessante diskussion gehört über schuld und strafe und so, eigentlich hauptsächlich strafe. es namen teil ein jurist, ein pädagoge, ein theologe und psychotherapeut und noch einer und der moderator. was sehr hängengeblieben ist: die herrschende meinung in der juristerei ist, dass strafe nie persönlich gemeint ist, man die geschichte des menschen nicht berückseichtigen kann, weil man sie nicht kennt; dass strafe einzig und allein dazu das ist, normen aufrecht zu erhalten. abschreckendes beispiel quasi: schau, DAS passiert, wenn du JENES tust!
insgesamt war und blieb die diskussion sehr anstrengend, weil sich hauptsächlich der theologe und der jurist überhaupt nicht verstanden, merkte man schon an der sprechweise: der eine sehr trocken, sachlich, exakt; der andere fabulierend, metaphorisierend, mit viel pathos und leidenschaft. dem einen ging es um den menschen und um ideale, dem anderen um die durchführbarkeit und den nutzen für alle.
deshalb nochmal in getaggt, ehrlich gesagt hauptsächlich für die mp3aggregatoren.
ich habe da sozusagen einen mix gefunden, der heißt IT’S OVER, wie das lied von roy orbison; es ist ein mix übers verlassenwerden und mir gefällt er sehr.
die tracklist sieht so aus:
1. emmett miller - lovesick blues
2. merri gail - unchained melody
3. josephine foster - warsong
4. wir sind helden - du erkennst mich nicht wieder
5. my brightest diamond - it’s over (live, mit drangeklebter ansage aus einem anderen konzert vor dem gleichen lied)
6. erdmöbel - weil du fortgehst
7. m.a. numminen - warum schweigt das telefon?
8. jay-jay johanson - escape
9. sopor aeternus & the ensemble of shadows - no-one is there
10. fursaxa - alone in the dark wood
11. emir kusturica & the no smoking orchestra - grüß gott trauer
12. slut - eifersuchtsduett
13. marissa nadler - bird song
14. jana hunter - bird
15. woven hand - ain’t no sunshine
16. cinema strange - the toad curse and how it perished in flames
17. quarks - herz bricht
18. element of crime - weißes papier
19. bob dylan - girl from the north country
20. peterlicht - du kommst nicht mehr zurück
21. roy orbison - it’s over
man kann die ganze sache hier herunterladen (entschuldigung, solche großen datenmengen gibt glaube ich mein traffic nicht her, da wäre hier ganz schnell feierabend und das WOLLEN wir doch alle nicht, oder?).
den ganzen tag über war es schwül-warm gewesen, 29° und dunstig bis bewölkt, eine hitze, die mich in meiner wohnung hatte bleiben lassen, bei geschlossenem fenster und zugezogenen vorhängen, immer in erwartung des gewitters, das sich, so hoffte ich, im westen zusammenbraute oder in einer der anderen himmelsrichtungen, die ich von meinem fenster aus nicht sehen kann.
ein wind kam auf und es wurde dunkel, dann wurde es allerdings wieder ruhig und auch heller, dann wieder dunkler -
ich entschloss mich, einfach nach draußen zu gehen und auszuharren. ich schlenderte durch den so gut wie leergefegten park, bekam ein paar müde tropfen ab, rannte übermütig und barfuß über die wiese, machte sogar aus lauter bewegungsdran ein paar liegestütze, aber der ersehnte platzregen kam nicht, im gegenteil, das getröpfele ließ wieder nach und das donnergrollen schien sich auch zu entfernen. “na gut”, dachte ich, “schreibste halt was in dein dings über jahreszeiten und stimmungen oder so, vielleicht ein paar besonders schmerzlich-drückende sommerlieder dazu, immerhin.” und ging heim. machte den laptop an. füllte mir den rest griesbrei in ein schälchen. und dann? genau.
als ich da jedenfalls so durch den park schlenderte und die bereits abkühlende luft atmete, breitete sich ziemlich plötzlich und mit macht ein gefühl in mir aus. es will sich nicht beschreiben lassen, es ließ sich schon in dem moment gar nicht fassen und begreifen; eine mischung aus tiefer traurigkeit, erleichterung, freude und noch vielen vielen anderen sachen, erinnerungen spielen auch eine große rolle. erinnerungen an sommerurlaube als kind, als es auch so roch, erinnerungen an kostbare wochen allein in der elterlichen wohnung als jugendlicher, als das wetter das gleiche war, erinnerungen an melancholische sommernächte in der stadt, als ich ebenso allein schlenderte. und das brachte mich auf den gedanken (nicht zum ersten mal), dass der sommer doch die jahreszeit ist, die am meisten aufwühlt. klar, herbst- und winterdepression, frühjahrsgefühle, aber die letzten sind eher leicht, luftig, erwartungsfroh, heiter, vielleicht auch ein bisschen drängend, aber im ganzen doch relativ klar zuzuordnen und vor allem insgesamt positiv (nicht zwangsläufig das resultat aus den gefühlen, etwa sozusagen unerfüllte frühlingsgefühle, aber das ist ja was anderes). die herbstdepression mag noch etwas von der sommerlichen hitze haben, ein bisschen sturm und drang, aber sie geht zunehmend über in die winterliche starre, das graue, das dunkel, die kälte.
vielleicht kann man die extrem vielfältigen sommerlichen gefühle wirklich als stürmen und drängen bezeichnen, vielleicht auch als sehr pubertäre jahreszeit, emotional gesehen. hermann hesse zum beispiel ist für mich untrennbar mit sommer verknüpft und das ist ja ein autor, den man meist in jungen jahren liest, stelle ich mir jedenfalls vor.
man könnte das alles noch viel weiter aufdröseln, ich könnte versuchen, (mir) zu erklären, wie ich auf diese gedanken komme, ich könnte die sogenannte meta-ebene betreten, ich könnte es auch sprachlich noch etwas daran feilen oder mich für den stellenweise auftretenden kitsch entschuldigen.
mach ich aber nicht.
leerer wars als beim letzten mal, viel leerer; wegen em?
in der schwimmhalle der uni (mit eintrittskarten, obwohl ja alles kostenlos war, unverständlich): eine weißgekleidete dame mit maske auf und farbigen papierstreifen im haar bewegt sich langsam durch den raum, auch durchs (flache) wasser, dabei macht sie geräusche mit der stimme (sie ist sopranistin und “experimentelle musikerin”), später quietscht sie auf einer viola, noch später auf einem mir nicht bekannten instrument, das ein bisschen aussieht, wie ein sehr schmaler schrank. meine begleitung und ich verkneifen uns das lachen, ich denke: das kommt davon, wenn auf einmal jeder einfach so kunst machen darf und die dann auch noch öffentlich präsentieren. früher lernte man elend lang und hart bei einem meister. die weiteren beleidigungen, die uns einfielen, behalte ich für mich.
unter der schwimmhalle in einem umkleideraum eine band: ich fands langweilig, standard-indierockpop mit deutschen texten. das einzig originelle element war die tatsache, dass der schlagzeuger der sänger war. außerdem war der raum winzig klein.
in der halle die ganze zeit eine human beatbox. ich kenne mich da nicht aus, finde es aber immer beeindruckend, vermutlich auch schon bei anfängern.
auf einem flur zwei junge frauen vor einem großen schwarzweißen bild, so hieß deren wasauchimmer auch: white lines/black lines. das bild dazu im programmheft hatte gut ausgesehen, der text war vielversprechend gewesen (das allerdings ein grundsätzliches problem der ganzen sache: die teilnehmenden schrieben offenbar die texte selber. so waren sie selten aussagekräftig und klangen dabei natürlich fast immer irgendwie interessant.) - leider glänzten die beiden durch weitgehende, entschuldigung für dieses ekelhafte wort, talentfreiheit. es wurde zur gitarre und zum keyboard (bzw dessen eingebauten rhythmen) gesungen und das leider sehr schlecht. meine begleitung meinte, es könne sich nur um eine verlorene wette handeln.
dann, in einem (leider sehr kleinen) seminarraum ein frauenchor (”just sing!”), in dem auch eine gute freundin von mir singt. ich muss gestehen: ich hatte etwas sorge, es könnte mir ü-ber-haupt nicht gefallen, nämlich weil ich zb auch männerchöre nicht schätze, ich dachte also: ein geschlecht reicht nicht für wohlklang. umso erstaunter war ich! schmissig wars und gut geklungen hats. einzig die raumgröße (und auch das statt eines ordentlichen klaviers verwendete keyboard) und der damit verbundene nicht-so-gute klang haben gestört.
im sogenannten schwarzlichtraum, der allerdings mit kerzen und schummerigen lampen beleuchtet war, wurde vorgelesen. wir hörten eine erzählung, leider habe ich den titel vergessen, über einen apotheker, den es -
ach, ich kann das nicht gut nacherzählen. jedenfalls lasen zwei von dreien ziemlich mies (der eine überbetont und das auch noch oft an völlig unsinnigen stellen, der andere abgehackt (die kommata zu stark mitgelesen)); trotz meines ja kaum vorhandenen selbstbewusstseins traue ich mir ohne weiteres zu, das besser zu machen, der dritte dafür gut. danach gab es kurz geigenmusik, etwas unglücklich gemacht, weil keiner erwartete, dass noch etwas käme, man klatschte schon und zwei personen verließen den raum, was die atmosphäre empfindlich störte.
zwischendurch schauten wir natürlich immer mal bei dem auf der galerie befindlichen fernseher vorbei: es blieb bei 0:0. glücklicherweise kamen wir genau pünktlich zum ende der verlängerung und verpassten nicht das unterhaltsame elfmeterschießen. ich zitiere meinen schicken em-planer von 11 freunde (allerdings aus dem gedächtnis, den habe ich nämlich irgendwo liegenlassen, scheints): “türkiye! türkiye - was so viel bedeutet wie “türkei! türkei!”
es gab noch ein paar bands, die ich allesamt grottenlangweilig fand, es gab moderne elektronische musik in form von zerhackstückelung und sonstiger verfremdung dessen, was der frauenchor sang. ich fand es sehr interessant, aber man hätte sich länger darauf einlassen müssen, um etwas davon zu haben. es gab noch mehr sachen, von denen wir uns viel versprachen, die aber völliger mist waren: bei “colours of the night” stand im text etwas von “inszenierung”, lichtprojektionen, musik (telemann, autenrieth (kenn ich nicht), von eyck), stimmungen usw. alles recht hochgestochen. und was war? jemand spielte blockflöte und hinter ihm wurden bilder an die wand geworfen, die meine begleitung an die visualisierungen im winamp oder mediaplayer erinnerten. (hier sollte jetzt eigentlich mal wieder ein schönes max goldt zitat stehen, aber die oft wenig aussagekräftigen titel der texte bei gleichzeitiger maximaler themenfülle verhindern, dass ich die stelle finde.)
verpasst habe ich leider die aufführung von “aria” von john cage. sehr, sehr ärgerlich. was ich noch verpasst habe, konnte ich zum glück schnell verdrängen.
aber es gab auch das kozma orkestar! klezmer, balkan-lastige folklore und sowas alles, ich habe gestrahlt wie ein honigkuchenpferd und war ganz verzaubert.
passend dazu a hell of a song, ich glaube, das druckvollste und mitreißendste stück musik, das ich kenne, jedenfalls bei den ersten ca. 100 malen anhören.
morgen ist sommer. der himmel ist grau, es ist ungefähr 20° warm oder kalt, je nachdem. netzer und delling hören nach der em auf, bzw delling hört auf, über netzer weiß mans nicht, aber alleine wäre blödsinn und mit jemand anderem irgendwie auch.
wird mir fehlen, zb wegen sowas. oder sowas. und natürlich wegen der eloquenz, der SPRACHE, für die sie, völlig zu recht, wie ich finde, einen medienpreis für sprachkultur erhalten haben.
vielleicht interessiert ja jemanden, dass bei “dellings woche” irgendwann mal günter netzer und wolfgang overath zu gast waren, man kann sich das ganze komplett anschauen, wenn man möchte: 123456
heute abend in meiner schönen uni: die nacht der klänge. für die, die es wissen wollen das programm (pdf). ich bin gespannt.
kleiner nachtrag: hier steht, dass das ende der delling-netzer-zusammenarbeit doch gar nicht so sicher sei.
da schreibt mir vor einigen tagen mein webhoster, eine beschwerde sei eingegangen wegen copyrightverletzung und ich nehme in vorauseilendem gehorsam ALLE mp3s raus, die ich nicht tatsächlich selber hergestellt habe sozusagen, als wäre so eine beschwerde gar so verwunderlich.
und nun wird in den headquarters HEISS diskutiert wie es weitergehen soll.
das neue favicon, also das kleine bildchen das seit… wie lange gibts das schon? naja, also das bildchen, dass in der adresszeile direkt links von der adresse steht. dieses bildchen hat sich bei google, wie der einen oder anderen aufgefallen sein dürfte, geändert. ich finde es erstens hässlich und zweitens ist es weniger gut wiedererkennbar. das grünblaurot mit weißem grund war sehr gut in seiner schlichtheit, das große klare G auch. das neue mag moderner aussehen, aber: nützt ja nix.
ich kann mit dem alphabet gerade nicht weitermachen, weil ich immer tom waits hören muss.
kauft euch alle unbedingt die alice und die blood money! durchaus auch ein bisschen sommermusik, zum teil. allerdings eher spätsommer, sehr schwere, dunkle -
vielleicht ein bisschen wie teile der boatman’s call von nick cave?
allerdings nicht meine drei derzeitigen lieblingslieder, nicht nur von tom waits sondern insgesamt:
laut machen!
tom waits - misery is the river of the world (ich finde das SO gut, dass ich kurz erwog, eine prägnante zeile kursiv darunter zu setzen! konnte mich aber gerade noch beherrschen.)
und nochmal, diesmal mit schön video hier drin (was übrigens bei mir nicht funktioniert. wenn ich hier ein video schauen möchte, spielt es zwei sekunden ohne ton und hält dann an. ich muss den browser neustarten, weil es sich ab dann mit allen videos so verhält.)
vor einigen tagen bin ich durch zufall auf die information gestoßen, dass scarlett johansson auf die verwegene idee gekommen ist, ein album mit tom waits coverversionen aufzunehmen und sogar zu veröffentlichen. ihre version von summertime muss ich schonmal gehört haben, konnte mich aber nicht daran erinnern und beim wiederhören blieb ich unbeeindruckt.
ganz anders die von ihr gesungenen waitsschen lieder; da muss scheinbar schon jemand wie rod stewart kommen, um die wirklich kaputtzukriegen. manchmal versucht es scarlett johansson auch, indem sie (ich muss gerade spontan an madonnas american pie denken) etwa die stimme von david bowie und anderen männern hinzunimmt, unangenehm glattproduziert. überhaupt erinnert mich der sound der meisten stücke an irgendwas ganz bestimmtes, ich komme nur leider überhaupt nicht drauf. irgendwas sehr blödes jedenfalls. dabei gefallen mir die umsetzungen zum teil sehr, sogar trotz der produktion. ihre stimme zum beispiel reißt es sehr raus. wenn sie ganz tief singt, bis man es kaum noch hört. die stimmte ist auch angenehm (und angemessen, muss man sagen) weit im hintergrund.
sehr ambivalent ihre version von i don’t wanna grow up: völlig überladen mit so achzigerjahre synthies und überhaupt ziemlich debil, aber es passt und - “macht spass” (mit kurzem a gesprochen).
und das erstaunlichste: auf einmal kann ich mich dem ganzen tom waits kosmos langsam aber sicher öffnen und mich daran freuen! lange zeit mochte ich so richtig nur ein paar balladen, die ich in filmen gehört hatte, und die rain dogs (10 euro, ein spottpreis), welche allerdings zu meinen allerliebsten alben zählt.
eines der schlechteren (mit mann, obwohl bis zu dessen einsatz alles noch ganz gut ist, finde ich) ist leider eine single geworden, schlechtes video auch noch, das passt dann natürlich: scarlett johansson - falling down (youtube)
es wird wenige unwissende geben, denen das lied noch nicht um die ohren gehauen worden ist. oder? mir kommt vor, als käme man nicht daran vorbei, als würde man eigentlich gezwungen, das umsonst und illegal runterzuladen.
ich brauchte eine ganz kurze zeit, um mich an den sauberen sound zu gewöhnen, das poppige, die vocoder und sonstigen effekte auf den stimmen. hat vielleicht auch bisschen was gnarlsbarkleyhaftes.
manchmal lohnt es sich doch, dem wecker alle zehn minuten eins auf den deckel zu geben, ungefähr sechs bis 12 mal also ein bis zwei stunden lang, für die rechenschwachen, denn dann hört man interessantes und zum teil durchaus leicht gruseliges (glücklicherweise ist tag und nicht nacht, obwohl ich vor dunkelheit höchstens ein ganz klein bisschen angst habe) über exorzismus in deutschland, in vergangenheit und gegenwart. etwa über den fall von anneliese michel, die ende der siebziger an den folgen von abmagerung und geschwächtheit (um nicht unterernährung und entkräftung zu schreiben) starb, nach vielen vielen vielen exorzismen. tonaufnahmen gab es auch zu hören, das scheint nicht unüblich zu sein (das zischende geräusch, das meine thermoskanne gelegentlich macht, lässt mich leicht erschrecken). man hört gemurmeltes gebet, laut und deutlich gesprochenes (der exorzist selber, das murmeln sind die anderen anwesenden) und man hört ein fauchen, gebrüll, grunzen, röhren, brummen, bedrohlich. der oder die exorzierte. bzw die dämonen oder, naja, der satan.
ich erfuhr, dass der vatikan durchaus ä - mir fehlt die richtige wendung. jedenfalls wurde 1999 der vorgegebene ritus überarbeitet. darin (oder im vorwort wohl eher oder wie immer das aufgebaut sein mag) ist festgehalten, dass ärzte und psychiater hinzuzuziehen seien, befragt werden müssten, um eine medizinisch behebbare ursache für die symptome auszuschließen.
die deutschen bistümer führen offiziell keine exorzismen durch, so hieß es, wer sich allerdings erkundigt, findet sehr schnell seinen weg zu einem priester, der unter der hand exorziert, sozusagen. auch gibt es zahlreiche heiler und heilerinnen, die, meist mit kombinationen von riten verschiedener religionen, dämonen und teufel auszutreiben versuchen. ein mitarbeiter der kirche klagte (natürlich) darüber; die betroffenen kämen kurz nach solchen behandlungen mit meist schlimmeren symptomen als zuvor zurück.
andererseits wurde eine person interviewt, die eine unangenehme hautkrankheit gehabt hatte (sowie allerlei psychische und allgemein lebensweltliche probleme) und dann sei sie zu einer heilerin gegangen und die habe dies und jenes gemacht und wenn ich es richtig verstanden habe, habe sie zeckenähnliche gebilde, allerdings mit langen tentakeln, aus seinem oberkörper entfernen können. er habe während der behandlung lichtgestalten, kreuze aus licht, einen lichtstrudel gesehen.
über das ganze geheimnistuerische der kirche, das gemauschel und getuschel und die vorgehaltenen hände, die prüfenden blicke, die gespielte unwissenheit, das ewiggestrige auch; über all das möchte ich nicht schreiben, darüber wird eh schon mehr als genug geschrieben.
eine weitere fallgeschichte gab es, eine junge frau (in der mehrzahl sind frauen betroffen, da bietet sich aber gleich ein haufen erklärungsdingse an), die bereits seit monaten usw usw. sei sei aus ihrem bett, mit decken und kissen, an die decke gehoben worden. sie habe das gefühl gehabt, jemand stehe hinter ihr. der teufel existiere, er sähe aus wie ein mensch, ein sehr gutaussender mann, nur an den augen zu erkennen.
in einem anderen fall seien während eines exorzismus die finger und auch die nägel in durchaus als rasant zu bezeichnender geschwindigkeit gewachsen. und nochmal: die geräusche sind wirklich nicht ohne. sehr archaische äußerungen des hasses und der angst, vorgetragen während der exorzismen, in ihrer intensität im verlauf der austreibung steigend.
ein psychiater sprach von dissoziativen störungen, unter anderem. und gab zu bedenken, dass das alles sehr bestimmten horror- und psychothrillern ähnele, warum sei das so? dass alles letztlich doch immer etwas inszeniert wirke, jedenfalls auf keinen fall so, als sei eine weitere person im raum, als hätte sich die oder der besessene wirklich “verwandelt” oder sei eben “besetzt” worden.
mir fiel bei den tonaufnahmen mein zivildienst ein. in einem wohnheim für menschen mit autismus habe ich den geleistet und da gab es eine bewohnerin, die genau während dieser zeit sehr häufig anfälle hatte, was für welche, kann ich nicht genau sagen. tobsuchts- vielleicht, teilweise vielleicht vorgetäuscht, das war schwer zu sagen. zu einem großen teil jedenfalls ganz sicher selbst herbeigeführt. die hatte manchmal auch solche geräusche gemacht, oder ähnliche. extreme kräfte entwickelt sowieso, aber das ist nichts ungewöhnliches (der psychiater im radio erzählte von einem fall, in dem eine person an einem bett fixiert gewesen, das bett umgeworfen hatte und mit dem bett irgendwie durch eine isolationstür gekommen war).
ich habe keine lust, aus meinem im grunde gar nicht vorhandenen wissen irgendeine erklärung zu entwerfen. es würde über reine mutmaßungen nicht hinausgehen. außerdem kann sich die geneigte leserin ja auch ihre eigenen gedanken machen. nur zu!
im übrigen bin ich gestern drei bis vier stunden im regen durch die grünflächen bielefelds gestromert, die meiste zeit über ohne zu wissen, wo ich bin und in welche richtung ich mich bewege. danach habe ich alle teile der drei-farben-trilogie von krzysztof kieslowski geschaut. mich störte eine gewisse nachlässigkeit, was details betrifft (die hauptdarstellerin hat am einen tag eine sehr zerschundere, schorfige hand, die am nächsten tag so blütenweiß und -rein ist wie zuvor; auf einem bett, direkt neben dem schlafenden, steht eine tasse kaffee. er erwacht im liegen und steht dann aber sehr plötzlich und bewegungsreich auf. kein geschepper, kein aua.). mich störte die zum teil übertriebene “poesie”, die klischeehaften frauenbilder (besonders unerträglich: die mimik!) usw. aber insgesamt schon drei gute bis sehr gute filme. ich glaube, ich mochte WEISS am liebsten.
ps: fehlerkorrektur folgt möglicherweise. der ungeordnetheit dieses artikels bin ich mir wohl bewusst.
+++ diese sendung (mit manuskript als pdf und hörprobe) wars gewesen.
diese etwas dicken blauen dinger, die musik spielen, wenn man draufklickt, sind der audioplayer von 1 pixel out. und ich habe das gefühl, der funktioniert nicht mehr so richtig, geht das jemand anderem auch so? oder hört sich eh nie jemand was auf der seite an und alles wird direkt runtergeladen? bei mir jedenfallssteht immer erstmal endlos “buffering” oben, manchmal bleibt es auch einfach so. manchmal funktioniert aber auch alles.
dem beitrag zum ghostly swim sampler hatte ich ja bereits ein stück von deastro beigelegt, sozusagen. obwohl mir das mit der zeit immer besser gefiel, habe ich mich seltsamerweise nie kundig über deastros sonstige -
herrje, heute wird das nichts mit dem schreiben.
also nur schnell: deastro hat (oder haben?) eine homepage und wenn man sich ein bisschen mühe gibt, dann findet man heraus, dass es von deastro eine menge musik für umsonst zum herunterladen gibt. und was für feine musik!
ganz besonders gefällt mir natürlich auch, dass es eine ganze ep (oder zwei?) voller … powered stücke gibt. da stört es mich auch überhaupt nicht mehr, dass das so ein bisschen nach 80er-sci-fi-sountrack klingt, manchmal.
und nun wünsche ich der gesamten leserschaft ein frohes pfingstfest oder meinetwegen auch einen schönen muttertag, wenns unbedingt sein muss. oder einfach ein sonniges und angenehmes langes wochenende.
schön auch, ps, seit jahren endlich wieder eine lampe am bett zu haben, geschenkt, so dass ich gestern abend mir selbst aus einem buch von felix vallotton vorlas. interessant ists. und in hamburg schaue ich mir, ich freu mich SEHR drauf, die fischli & weiss ausstellung an.
ist doch alles gar nicht so schlimm.